Die 10 häufigsten Fehler bei der BAFA-Antragstellung vermeiden
Ein falscher Schritt bei der BAFA-Antragstellung kann zum kompletten Förderverlust führen. Wir zeigen die 10 häufigsten Fehler und wie Sie diese vermeiden.
Warum scheitern so viele BAFA-Anträge?
Jedes Jahr werden tausende BAFA-Förderanträge abgelehnt oder führen zu erheblichen Kürzungen – oft wegen vermeidbarer Fehler. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die 10 häufigsten Fehler und wie Sie diese von Anfang an vermeiden.
Fehler 1: Vorzeitiger Maßnahmenbeginn
Das Problem: Der schwerwiegendste Fehler ist der vorzeitige Beginn der Sanierungsmaßnahme. Der BAFA-Antrag muss zwingend vor dem ersten Spatenstich oder Auftragsbeginn gestellt werden.
Die Konsequenz: Selbst die Beauftragung eines Handwerkers vor der Antragstellung führt zum kompletten Förderverlust. Es gibt keine Ausnahmen!
So vermeiden Sie den Fehler:
- Erst Antrag stellen, dann Aufträge vergeben
- Kostenvoranschläge einholen ist erlaubt
- Mit Maßnahme erst nach Antragseingang beginnen
Fehler 2: Unvollständige Unterlagen
Das Problem: Fehlende Pflichtangaben oder nicht hochgeladene Dokumente führen zu Rückfragen und erheblichen Verzögerungen.
Häufig vergessene Dokumente:
- Steuer-Identifikationsnummer
- Voraussichtliches Umsetzungsdatum im Lieferungsvertrag
- Technische Projektbeschreibung (TPB) vom Energieberater
- Kostenvoranschläge mit allen relevanten Positionen
Tipp: Nutzen Sie die Checkliste im BAFA-Portal und laden Sie alle Dokumente vollständig hoch.
Fehler 3: Fehlerhafte Antragstellerdaten
Das Problem: Falsche Angaben zu Antragsteller, Investitionsadresse oder Maßnahme gefährden die spätere Auszahlung.
Wichtig zu beachten:
- Antragsteller und Eigentümer müssen identisch sein
- Adressdaten müssen exakt mit Grundbuch übereinstimmen
- Bankverbindung muss auf den Antragsteller lauten
Fehler 4: Falsche Kostenangaben
Das Problem: Viele Antragsteller unterschätzen die förderfähigen Kosten oder vergessen wichtige Positionen.
Typische Fehler:
- Kein Puffer für Mehrkosten eingeplant
- Förderfähige Nebenkosten vergessen (z.B. Gerüst, Entsorgung)
- Grenzen nicht beachtet: max. 60.000 Euro pro Wohneinheit
- Bei Nichtwohngebäuden: max. 1.000 Euro pro Quadratmeter
Tipp: Lieber etwas höher kalkulieren – nach unten korrigieren ist einfacher als nach oben.
Fehler 5: Doppelanträge stellen
Das Problem: Manche Antragsteller stellen einen zweiten Antrag, wenn sich zwischenzeitlich die Fördersätze erhöht haben.
Die Konsequenz: Beide Anträge werden abgelehnt!
Richtig vorgehen: Bei Änderungswünschen den bestehenden Antrag über das BAFA-Portal anpassen, keinen neuen stellen.
Fehler 6: 36-Monats-Frist überschreiten
Das Problem: Der Zuwendungsbescheid ist exakt 36 Monate gültig – ab Ausstellungsdatum. Eine Verlängerung ist nicht möglich.
Was Sie beachten müssen:
- Maßnahme muss vollständig umgesetzt sein
- Verwendungsnachweis muss eingereicht sein
- Bei Verzögerungen rechtzeitig handeln
Fehler 7: Ohne Energieberater beantragen
Das Problem: Für die meisten Maßnahmen ist ein Energie-Effizienz-Experte (EEE) verpflichtend erforderlich.
Energieberater zwingend nötig bei:
- Dämmung (Fassade, Dach, Kellerdecke)
- Fenster und Türen
- Sommerlicher Wärmeschutz
Ausnahme: Nur bei Heizungsoptimierung können Sie ohne Energieberater auskommen.
Fehler 8: Technische Anforderungen nicht erfüllen
Das Problem: Die BAFA hat strenge technische Mindestanforderungen, z.B. bei U-Werten.
Beispiel Fenster:
- Maximaler U-Wert: 0,95 W/(m²K)
- Dachflächenfenster: max. 1,1 W/(m²K)
Tipp: Lassen Sie sich die technischen Daten vom Handwerker schriftlich bestätigen.
Fehler 9: Fehler im Verwendungsnachweis
Das Problem: Nach Abschluss der Maßnahme muss ein korrekter Verwendungsnachweis eingereicht werden – auch hier lauern Fallen.
Häufige Fehler:
- Rechnungen stimmen nicht mit Antrag überein
- Technischer Projektnachweis (TPN) fehlt
- Zahlungsnachweise unvollständig
Fehler 10: Kommunikation mit dem BAFA ignorieren
Das Problem: Das BAFA sendet Rückfragen und Bescheide per Post und über das Portal. Werden diese ignoriert, verfällt die Förderung.
Wichtig:
- Portal regelmäßig prüfen
- Auf Rückfragen zeitnah antworten
- Fristen im Blick behalten
Bonus-Tipp: Risiko bei Maßnahmenbeginn vor Bescheid
Sie können nach Antragstellung auf eigenes Risiko mit der Maßnahme beginnen, ohne auf den Bescheid zu warten. Aber Vorsicht: Wird der Antrag abgelehnt, können Sie keinen neuen stellen!
Empfehlung: Bei Unsicherheiten lieber einen Fördermittelberater hinzuziehen.
Fazit: Sorgfalt zahlt sich aus
Die BAFA-Förderung kann Ihre Investition erheblich reduzieren – aber nur, wenn der Antrag korrekt gestellt wird. Nehmen Sie sich die Zeit, alle Unterlagen sorgfältig vorzubereiten. Im Zweifel lohnt sich professionelle Unterstützung durch einen zertifizierten BAFA-Berater.
Die wichtigsten Regeln:
- Antrag VOR Maßnahmenbeginn stellen
- Vollständige Unterlagen einreichen
- Fristen im Blick behalten
- Bei Änderungen den bestehenden Antrag anpassen
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